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Schilddrüsen-OP

Im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenoperation ergeben sich viele Fragen, die wir mit dieser Information beantworten möchten. Unabhängig davon stehen wir Ihnen natürlich für weitere Fragen gerne zur Verfügung. Dieses Merkblatt soll ihnen nur die wichtigsten immer wieder gestellten Fragen beantworten.

Warum wird zur operativen Entfernung der Schilddrüse geraten?

In den meisten Fällen wurde u.a. durch eine Szintigrafie bzw. eine Sonografie eine knotenbildende Erkrankung eine Vergrößerung der Schilddrüse festgestellt. Die Entstehung von Schilddrüsenknoten kann verschiedene Ursachen haben. Man unterscheidet zwischen warmen, heißen und kalten Knoten. Warme und heiße Knoten werden entweder bei Funktionsstörung der Schilddrüse oder bei ausgeprägtem Druckgefühl im Halsbereich, wenn sich keine weitere Ursache finden lässt, operativ entfernt. Kalte Knoten müssen aus diagnostischen Gründen entfernt werden. Bei diesen Veränderungen besteht immer der Verdacht auf ein bösartiges Wachstum. Wir wollen aber hier gleich erwähnen, dass sich auch bei diesen Veränderungen nur in einem geringen Prozentsatz ein bösartiger Tumor nachweisen lässt. Alternativ lässt sich in vielen Fällen auch eine Radiojodtherapie durchführen. Das jeweilige Vorgehen hängt von vielen Faktoren ab, die im Einzelfall geklärt werden müssen.

Wie wird bei uns die Operation durchgeführt?

Der HNO-Arzt ist im besonderen Maße für die Operation der Schilddrüse geeignet, da er sich tagtäglich operativ am Hals aufhält. Neben unserer großen Erfahrung im Gebiet der Halschirurgie sind zwei wichtige operative Hilfsmittel wichtig, die dafür sorgen, dass wir eine äußerst geringe Nebenwirkungsrate haben. Es ist dies zum einen das so genannte Neuromonitoring und die Operation unter Lupenmikroskopie. Beides zusammen gibt uns bei der Operation höchstmögliche Sicherheit. Zu Beginn der Operation werden Elektroden durch den Mund auf Stimmbänder gelegt. Dazu bedienen wir uns eines starren Rohres, das durch den Mund bis in den Kehlkopf geführt wird. Nach Entfernen des Rohres erfolgt der Hautschnitt. Wir bemühen uns immer um einen sehr kleinen, kosmetisch günstigen Schnitt. Nach Darstellung der Schilddrüse wird zunächst einmal der Stimmbandnerv stimuliert.

Das weitere Vorgehen richtet sich nach dem Befund. Liegt eine einseitige Schilddrüsenvergrößerung vor, so werden wir im Regelfall die krankhaft veränderte Schilddrüse vollständig entfernen. Bei einer beidseitigen Schilddrüsenveränderung wird die am stärksten veränderte Schilddrüse vollständig entfernt und die andere Schilddrüse zum Teil. In einigen Fällen, zum Beispiel dann, wenn beide Schilddrüsen vollständig knotig durchsetzt sind, lässt es sich nicht vermeiden, die Schilddrüse vollständig zu entnehmen (Operationsverfahren nach Dunhill).

Auch im Falle einer bösartigen Erkrankung ist nur durch diese Methode garantiert, dass das Gewebe vollständig entfernt ist und eine oftmals risikoreiche Nachoperation kann unterbleiben

Dieses operative Vorgehen hat sich bewährt, um das Risiko einer erneuten Schilddrüsenveränderung (Rezidiv), das nur bei verbliebenen Restgewebe existiert, zu vermeiden. Nur die vollständige Entfernung der erkrankten Schilddrüse garantiert, dass ein erneuter operativer Eingriff mit dem deutlich erhöhten Risiko einer Stimmbandlähmung vermieden werden kann.

Mit welchen Komplikationen oder Begleiterscheinungen ist zu rechnen?

Typische, kurzfristige Operationsfolgen (Erwähnenswert sind hier Schluckbeschwerden, leichte Schmerzen).

Allgemeine Folgen und Risiken

Hier müssen Spritzenabszesse, allergische Reaktionen, Haut- und Weichteilschäden, Nerven-und Venenreizungen genannt werden. Eine Thromboembolie (Blutgerinnsel) kann vor allem bei längerer Bettlägerigkeit auftreten. Weiterhin kann es nach einer Schilddrüsenentfernung zu einer Nachblutung kommen, die aufgrund der Nähe zur Luftröhre zu einer akuten Atemnot führen kann. Dann muss dieser Bluterguss chirurgisch ausgeräumt werden und in extrem seltenen Fällen kann ein Luftröhrenschnitt erforderlich werden. In sehr seltenen Fällen kann eine Blutübertragung erforderlich werden. Wundheilungsstörungen und unschöne Narben (Keloid) können ebenfalls auftreten.

Spezielle Folgen und Risiken

Das am meisten befürchtete Risiko nach einer Schilddrüsenoperation ist die Stimmbandlähmung. Im Falle einer einseitigen Stimmbandlähmung führt dieses zu einer Heiserkeit und zu einer verminderten Belastbarkeit der Stimme. Im Falle einer beidseitigen Stimmbandlähmung kommt es zur Atemnot, die in vielen Fällen einen Luftröhrenschnitt erforderlich macht. Dieses Risiko ist speziell bei der von uns durchgeführten Operationsmethode sehr selten. Dennoch lässt es sich nicht vollständig ausschließen. Die Stimmbandlähmung kann in solchen Fällen vorübergehend oder bleibend sein. Im Weiteren können der Kehlkopfnerv mit der Folge von Schluckstörungen und der so genannte Sympathikusnerv (Augenblickschwäche, enge Pupille, Zurücksinken des Augapfels) auftreten. Der seltene Verlust bzw. Ausfall der Nebenschilddrüsen verursacht Störungen im Kalzium-Stoffwechsel mit der Folge einer erhöhten Kampfbereitschaft der Muskulatur. Manchmal können die Nebenschilddrüsen wieder eingepflanzt werden. Andernfalls ist die Dauereinnahme von Medikamenten erforderlich. Eine Verletzung von Nachbarorganen (z. B. Luftröhre, äußerst selten Speiseröhre), in großen Blutgefäßen oder Nerven ist erhöht bei außergewöhnlichen anatomischen Verhältnissen wie z. B. nach Voroperationen oder Bestrahlungen.

Was ist nach dem Eingriff zu beachten?

Einschränkungen bei der Nahrungsaufnahme und beim Trinken gibt es im Regelfall nicht. Für eine ausreichende Schmerztherapie werden wir sorgen. Wenn die Wunde nicht genäht wurde sondern geklebt wurde, können Sie schon am Tag nach der Operation wieder duschen unter Schonung des Wundgebietes. Bei komplikationslosen Operationen können Sie bereits zwei Tage nach der Operation entlassen werden.

Sowohl bei einer teilweisen als auch bei einer vollständigen Entfernung der Schilddrüse ist eine Hormonersatztherapie erforderlich. Aus diesem Grunde sollten Sie kurzfristig nach der Operation Ihren Hausarzt aufzusuchen, damit dieser die entsprechenden Medikamente verordnen kann. Auch in der Folgezeit müssen Sie in kontinuierlicher hausärztlicher Überwachung bleiben. Weiterhin sind im Anschluss an die Operation bei uns noch Nachsorgeuntersuchungen erforderlich.

Wir hoffen, dass wir mit diesem Merkblatt schon die wichtigsten Fragen klären konnten. Sollten sich von Ihrer Seite aber noch Fragen ergeben, so nutzen Sie unsere E-Mail-Adresse oder unsere Telefonnummer. Wir stehen Ihnen gerne zur Beantwortung weiterer Fragen zur Verfügung.

Abschließend möchten wir noch erwähnen, dass unser ganzes Team alles tun wird, um die Operation und den stationären Aufenthalt für Sie so angenehm wie möglich zu gestalten.

Wenn Sie Fragen haben, kontaktieren Sie uns. Wir erteilen Ihnen gerne weitere Auskünfte.